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    Anleitung

    Eine komplette Turnierrunde in einem Durchgang archivieren

    Ablaufdiagramm zu Eine komplette Turnierrunde in einem Durchgang archivieren

    Eine einzelne Partie zu digitalisieren, ist einfach. Eine komplette Runde zu digitalisieren, ist eine ganz andere Aufgabe: vierzig Formulare, achtzig Seiten, handschriftliche Namen, die nie dafür gedacht waren, von Fremden entziffert zu werden – und eine feste Frist, weil die Partien heute Abend noch auf der Turnier-Website veröffentlicht werden müssen.

    Die Stapelverarbeitungs-Seite verarbeitet inzwischen komplette Runden. Die jüngsten Verbesserungen zielten dabei auf ein klares Ziel ab: kein manuelles Abtippen mehr. Hier ist der vollständige Arbeitsablauf.

    Nutze, was die Dateinamen bereits wissen

    Schiedsrichter laden selten vierzig namenlose Fotos hoch. Sie laden einen Ordner namens Runde 3 mit Dateien wie b1.jpg, b2.jpg, b3.jpg hoch, oder Dateien, die nach dem Umbenennen direkt OpenR3B7p1.jpg heißen.

    ScanChess versteht diese Struktur. Runde, Brett, Seite und Gruppe werden direkt aus dem Dateinamen sowie aus allen übergeordneten Ordnern ausgelesen – in beliebiger Reihenfolge und unabhängig von Groß-/Kleinschreibung:

    Dateiname Gelesen als
    R3B7p2.jpg Runde 3, Brett 7, Seite 2
    b7_r3.jpg Runde 3, Brett 7
    Round 3/Board 7/page 1.jpg Runde 3, Brett 7, Seite 1
    Under1600/Round 2/b4.jpg Gruppe Under1600, Runde 2, Brett 4

    round, rnd, rd und r stehen alle für die Runde; board, bd und b für das Brett; page, pg und p für die Seite. Trennzeichen sind optional.

    Daraus ergeben sich zwei große Vorteile automatisch: Mehrere Seiten desselben Bretts werden ohne manuelles Eingreifen zu einer Partie zusammengefasst. Ein doppelseitiges Partieformular, das als zwei Fotos vorliegt, wird somit als eine vollständige Partie verarbeitet und nicht als zwei halbe. Zudem kennt jede Partie bereits ihre Runde und ihr Brett – genau die Information, die der nächste Schritt zum Abgleich benötigt.

    Falls deine Dateien lediglich IMG_4471.jpg heißen, greift dieser Automatismus nicht. Du kannst die Seiten dann manuell über den Schalter Gleiches Formular gruppieren – der Stapel funktioniert trotzdem, erfordert aber Klickaufwand. Das Umbenennen der Dateien auf dem Laptop vor dem Hochladen dauert meist kaum eine Minute und spart spürbar Zeit.

    Die vorhandene Paarungsliste hochladen

    Deine Auslosungssoftware hat für diese Runde bereits eine Liste exportiert. Übergib sie an ScanChess und erspare dir das mühsame Entziffern handschriftlicher Namen vollständig.

    Drei Formate werden akzeptiert:

    • Trennzeichen-getrennter Text (CSV/TSV) mit Kopfzeile – Komma, Semikolon, Tabulator oder Pipe, ganz gleich, was deine Software exportiert. Der Parser erkennt das Format selbstständig.
    • Eine PGN-Runde (Roster): Eine Datei mit leeren Partien und Metadaten-Tags, wie sie manche Turnierprogramme ausgeben.
    • JSON, falls dein Auslosungsprogramm oder ein eigenes Skript dieses Format erzeugt.

    Die Spalten werden nach ihrer semantischen Bedeutung erkannt, nicht nach starren Spaltennamen, da kaum zwei Auslosungsprogramme dieselben Bezeichnungen nutzen. White, WhitePlayer, white_name und WName werden alle als Weißspieler erkannt. Board, Bo, Table, Tbl und Brd stehen für das Brett. Wertungszahlen, Titel, FIDE-IDs, Turniergruppe, Ergebnis, Turniername, Spielort und Datum werden ebenso automatisch zugeordnet, sofern vorhanden.

    Du kannst auch mehrere Dateien gleichzeitig hinzufügen. Oft exportieren Organisatoren eine Datei pro Runde – lade einfach alle zusammen hoch, sie werden zusammengeführt.

    Wie der automatische Abgleich funktioniert

    Sobald die Paarungen geladen sind, wird jede gescannte Partie mit der passenden Paarung verknüpft. Die Seite zeigt dir transparent an, auf welcher Grundlage der Abgleich erfolgte:

    • Priorität für Runde und Brett, falls die Dateinamen dies hergeben. Dies ist das stärkste Kriterium – kein Namensabgleich ist zuverlässiger als eine vom Schiedsrichter dokumentierte Brettnummer.
    • Andernfalls Namensabgleich, basierend auf den von der Schrifterkennung im Formularkopf gelesenen Namen – so zuverlässig, wie es die Handschrift eben zulässt.
    • Vertauschte Farben werden erkannt. Spieler füllen ihre Formulare mitunter aus ihrer eigenen Perspektive aus. Stimmen die Namen mit der Paarung überein, stehen jedoch für Weiß und Schwarz vertauscht, gelingt die Zuordnung dennoch und der Farbtausch wird vermerkt. Ein reiner Brettnummern-Abgleich, bei dem die handschriftlichen Namen unlesbar waren, darf die Farben jedoch nicht eigenmächtig tauschen – ein unleserlicher Name darf niemals als Beleg für die Farbverteilung dienen.
    • Eine Paarung gehört genau zu einer Partie. Zwei Formulare können nicht denselben Paarungseintrag beanspruchen. Ein versehentlich doppelt fotografiertes Formular taucht als unzugeordnete Partie auf, anstatt eine bestehende Partie unbemerkt zu überschreiben.

    Die Paarungsliste hat Vorrang vor dem handschriftlichen Formularkopf. Bei Unstimmigkeiten stammen die PGN-Tags aus der Paarungsdatei – denn eine digital exportierte Paarungsliste ist eine weitaus verlässlichere Quelle für den Spielernamen als das Gekritzel desselben Spielers nach Zug 40.

    Zwei Ergebnisdateien

    Nach Abschluss des Stapellaufs stehen zwei Downloads bereit:

    Die Runden-PGN enthält alle zugeordneten Partien in einer einzigen Datei, inklusive ausgefüllter Tags für Event, Site, Date, Round, Board, White, Black, Wertungszahlen und Titel. Genau diese Datei benötigt die Turnier-Website.

    Die Prüf-CSV (Audit-Report) ist die Rettung am späten Abend. Sie listet jede Partie auf: was zugeordnet wurde, mit welcher Zuverlässigkeit, wo Abweichungen auftraten und welche Partien noch einen menschlichen Kontrollblick erfordern. Statt vierzig Partien manuell nachzuprüfen, um die zwei fehlerhaften zu finden, öffnest du die CSV, sortierst sie und prüfst gezielt genau diese zwei.

    Einheitliche Turnierangaben

    Manche Angaben gelten für jede Partie im Stapel, stehen aber auf keinem einzigen Formular. Die Felder für Gemeinsame Angaben – Turniername, Spielort und Datum – werden jeder erzeugten Partie hinzugefügt, sofern sie auf dem Formular fehlen. Du musst sie nur einmal pro Runde eintragen.

    Credits und Guthaben während des Laufs

    Für das Scannen im Stapel ist ein Benutzerkonto erforderlich, da Credits pro Partie und nicht pro Stapel abgerechnet werden. Vor dem Start zeigt die Seite die exakte Berechnung an: Partien × Credits pro Partie im Vergleich zu deinem aktuellen Guthaben.

    Sollte das Guthaben während der Verarbeitung aufgebraucht werden, verarbeitet das System Partien, solange Credits vorhanden sind. Die restlichen werden als blockiert markiert (nicht als fehlgeschlagen). Nach dem Aufladen kannst du den Lauf nahtlos fortsetzen; bereits bezahlte Scans gehen nicht verloren und werden nicht doppelt berechnet. Mit dem Button Nach dieser Partie anhalten kannst du den Prozess jederzeit kontrolliert stoppen.

    Was sich vorab lohnt

    1. Vorab auf dem Rechner umbenennen, nicht in der App. Zehn Sekunden für eine Stapelumbenennung in R3B1, R3B2 … ersparen dir jeden Klick für die Gruppierung und jede manuelle Brett- und Rundeneingabe.
    2. Paarungen exportieren, bevor du den Spielsaal verlässt. Das erspart dir das Entziffern von achtzig handschriftlichen Spielernamen.
    3. Alle Formulare am Stück fotografieren – am selben Tisch, bei gleichen Lichtverhältnissen. Unsere Checkliste für saubere Scans zahlt sich hier vierzigfach aus: Ein Lichtproblem, das du einmal behebst, ist für die gesamte Runde gelöst.
    4. Prüf-CSV vor dem Veröffentlichen öffnen. Sie sagt dir auf einen Blick, welche zwei Partien du dir ansehen solltest.

    Einen langfristigen Überblick zur Archivierung kompletter Veranstaltungen findest du unter Turnier-Partieformulare archivieren. Für eine einzelne Partie bleibt die reguläre Scan-Seite der schnellste Weg.

    Mach aus deinem Formular in Sekunden ein PGN

    Lade ein Foto hoch und lass ScanChess die Übertragung erledigen.

    Partieformular scannen

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