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    Was ist PGN? Das Schachpartie-Format verständlich erklärt

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    Jede Partie, die du von Lichess herunterlädst, aus Chess.com exportierst oder von deinem Trainer erhältst, kommt im selben Dateiformat: als .pgn. PGN ist die weltweite Lingua franca des digitalen Schachs – ein reines Klartextformat, das alle Informationen einer Partie von den Spielernamen bis zum Mattzug so speichert, dass nahezu jedes Schachprogramm der Welt es lesen kann. Dieser Artikel erklärt, wie eine PGN-Datei aufgebaut ist, warum sie zum Standard wurde und wie du eine PGN öffnest und importierst.

    Wofür PGN steht

    PGN ist die Abkürzung für Portable Game Notation (portables Partienotations-Format). Es wurde Anfang der 1990er-Jahre entwickelt, um der Schachwelt einen einheitlichen Standard zu geben, der sowohl für Menschen leicht lesbar als auch für Computer mühelos verarbeitbar ist. Das Schlüsselwort ist portabel: Eine PGN-Datei besteht aus reinem ASCII-Text. Sie übersteht den Versand per E-Mail, lässt sich in Forenbeiträge kopieren und in jedem simplen Texteditor öffnen. Es gibt keinen proprietären Binärcode und keine Herstellerbindung: Öffne eine .pgn-Datei im Windows-Editor oder in TextEdit auf dem Mac, und du kannst die gesamte Partie mit eigenen Augen lesen.

    Eine einzelne PGN-Datei kann eine einzige Partie oder tausende Partien hintereinander enthalten. Jede Partie besteht aus zwei klar getrennten Abschnitten: dem Kopfbereich (Tags) und dem Zugtext (Movetext).

    Der Aufbau einer PGN-Datei

    Hier ist eine vollständige, fehlerfrei formatierte PGN-Datei einer berühmten Kurzpartie:

    [Event "Casual Game"]
    [Site "London ENG"]
    [Date "1851.06.21"]
    [Round "?"]
    [White "Adolf Anderssen"]
    [Black "Lionel Kieseritzky"]
    [Result "1-0"]
    
    1. e4 e5 2. f4 exf4 3. Bc4 Qh4+ 4. Kf1 b5 5. Bxb5 Nf6 6. Nf3 Qh6
    7. d3 Nh5 8. Nh4 Qg5 9. Nf5 c6 10. g4 Nf6 11. Rg1 cxb5 12. h4 Qg6
    13. h5 Qg5 14. Qf3 Ng8 15. Bxf4 Qf6 16. Nc3 Bc5 17. Nd5 Qxb2
    18. Bd6 Bxg1 19. e5 Qxa1+ 20. Ke2 Na6 21. Nxg7+ Kd8 22. Qf6+ Nxf6
    23. Be7# 1-0
    

    Das ist die legendäre „Unsterbliche Partie“ – alle 23 Züge in 14 Textzeilen. Beachte die zwei Abschnitte, die durch eine Leerzeile getrennt sind.

    Die sieben Standard-Tags (Seven Tag Roster)

    Die Zeilen in eckigen Klammern am Anfang sind Tags (Metadaten-Paare). Sieben davon sind im offiziellen Standard verpflichtend vorgeschrieben und erscheinen stets in derselben festen Reihenfolge:

    • Event: Der Name des Turniers, des Wettkampfs oder des Rahmens (hier: „Casual Game“).
    • Site: Der Spielort, üblicherweise Stadt und dreistelliger Ländercode (z. B. „London ENG“).
    • Date: Das Datum der Partie im Format JJJJ.MM.TT (mit ? für unbekannte Ziffern).
    • Round: Die Rundennummer.
    • White: Der Spieler mit den weißen Figuren, meist geschrieben als Nachname, Vorname.
    • Black: Der Spieler mit den schwarzen Figuren.
    • Result: Das Endergebnis: 1-0 (Weiß gewinnt), 0-1 (Schwarz gewinnt), 1/2-1/2 (Remis) oder * (noch nicht beendet).

    Über diese sieben Pflichtangaben hinaus erlaubt PGN beliebige weitere Tags, etwa ECO (Eröffnungscode), WhiteElo, BlackElo, TimeControl oder FEN (für Partien aus benutzerdefinierten Stellungen). Schachprogramme ignorieren Tags, die sie nicht kennen – ein Hauptgrund für die enorme Robustheit des Formats über Jahrzehnte hinweg.

    Der Zugtext (Movetext)

    Nach der obligatorischen Leerzeile folgt der eigentliche Zugtext: die Züge in Standard-Algebraischer Notation (SAN), nummeriert in Zugpaaren. 1. e4 e5 bedeutet: Weiß zieht den Bauern nach e4, Schwarz antwortet mit dem Bauern nach e5. Schlagzüge nutzen ein x, Schachgebot ein +, Schachmatt eine #, und Rochaden heißen O-O bzw. O-O-O. (Falls dir SAN fremd ist: Schachnotation erklärt erläutert jedes Symbol).

    Der Zugtext kann zudem Anmerkungen enthalten: Textkommentare in { geschweiften Klammern }, Variantenbäume in ( runden Klammern ) und numerische Bewertungscodes (NAGs) wie $1 für einen guten Zug. Die Partie schließt immer mit der Wiederholung des Ergebnisses ab, weshalb 1-0 sowohl im Tag als auch ganz am Ende der Züge steht.

    Warum sich PGN weltweit durchgesetzt hat

    Viele Formate kamen und gingen – PGN hat sich aus ganz praktischen Gründen durchgesetzt: Da es reiner Klartext ist, kann jedes Programm es ohne Lizenzgebühren erzeugen und jeder Mensch es ohne Spezialsoftware öffnen. Neue Tags brechen alte Reader nicht, und der Erfinder Steven Edwards stellte die Spezifikation 1994 gemeinfrei zur Verfügung.

    Das Resultat ist eine vollständige Interoperabilität:

    • Lichess und Chess.com exportieren und importieren PGN-Dateien nahtlos für Analysen und Studien.
    • ChessBase, SCID und SCID vs. PC nutzen PGN als primäres Austauschformat für millionenschwere Partiensammlungen.
    • Schachengines, Eröffnungsbäume und Taktiktrainer lesen PGN universell ein.

    Wie man eine .pgn-Datei öffnet

    Da es sich um reinen Text handelt, genügt jeder Texteditor, um den Inhalt zu lesen. Um die Partie jedoch auf einem Brett nachzuspielen:

    • Auf Lichess: Gehe zu lichess.org/paste (im Menü unter Werkzeuge → Partie importieren), füge den Text ein oder lade die Datei hoch. Lichess erzeugt eine Partieseite zum Durchklicken. Siehe PGN auf Lichess importieren.
    • Auf Chess.com: Öffne chess.com/analysis, wähle PGN laden, füge den Text ein und klicke auf Laden. Siehe PGN in Chess.com importieren.
    • In Schach-Datenbanken wie SCID oder ChessBase: Nutze Datei → Öffnen, ideal für große Sammlungen.

    Schlägt ein Import fehl, liegt es fast immer an einer vergessenen Leerzeile zwischen Tags und Zügen oder an einem regelwidrigen Zug im Text.

    PGN und FEN: Ganze Partien vs. Einzelstellungen

    PGN speichert die gesamte Partie von Zug 1 an. Das Gegenstück dazu ist FEN (Forsyth-Edwards-Notation), das eine einzelne Stellung in einer einzigen Zeile codiert. Stelle dir PGN wie einen vollständigen Film vor und FEN wie ein einzelnes Standbild daraus. Beide Standards ergänzen sich perfekt.

    Wie deine eigenen Partien zu PGN-Dateien werden

    Online gespielte Partien liegen bereits digital als PGN vor. Bei analogen Nahschachpartien am echten Brett ist das Abtippen von 40 Zügen vom Papierformular jedoch der Moment, an dem die meisten Spieler aufgeben. Genau diesen Bruch verhindert ScanChess: Es erfasst ein Foto deines handschriftlichen Formulars, prüft jeden Zug auf Regeltreue und exportiert die fertige Partie als saubere .pgn-Datei, die du direkt auf Lichess oder Chess.com analysieren kannst.

    Mach aus deinem Formular in Sekunden ein PGN

    Lade ein Foto hoch und lass ScanChess die Übertragung erledigen.

    Partieformular scannen

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