Liegt eine Partie als PGN-Datei vor, ist Lichess einer der schnellsten und komfortabelsten Orte, um sie interaktiv zum Leben zu erwecken. Du kannst jeden Zug durchklicken, das Brett drehen, kostenlose Computeranalysen anfordern und einen dauerhaften Link mit Freunden oder deinem Trainer teilen. Es gibt drei verschiedene Wege, eine Partie zu laden – je nachdem, was du vorhast: Die Import-Seite erzeugt eine feste URL; das Analysebrett eignet sich für eine flüchtige Prüfung; und eine Lichess-Studie ist ideal, um Partien strukturiert zu sammeln und mit Kommentaren zu versehen.
Was du vorab benötigst
Um eine Partie zu laden, benötigst du sie im PGN-Format: die Züge in algebraischer Standardnotation, idealerweise ergänzt um Metadaten wie Turniername, Spieler und Ergebnis. Unser Leitfaden Was ist PGN? zeigt dir ein vollständiges Beispiel und erklärt jedes einzelne Tag. Du kannst den PGN-Text direkt kopieren oder eine .pgn-Datei hochladen – beides funktioniert bei allen drei Methoden.
Methode 1: Partie importieren (lichess.org/paste)
Dies ist der direkte Standardweg, wenn du einen dauerhaften Link erzeugen möchtest, den du an andere verschicken kannst:
- Öffne lichess.org/paste oder wähle im Hauptmenü Werkzeuge → Partie importieren.
- Füge den gesamten PGN-Text in das Textfeld ein oder wähle deine
.pgn-Datei aus. - Klicke auf Partie importieren.
Lichess erzeugt daraufhin eine vollwertige Partieseite mit einer eigenen URL – exakt wie bei einer live auf Lichess gespielten Partie. Der Link bleibt dauerhaft bestehen, lässt sich von jedem ohne Benutzerkonto öffnen und bietet im Analyse-Reiter vollen Zugriff auf eine kostenlose Schachengine-Analyse. Wenn du angemeldet bist, wird die Partie zudem unter deinem Profil in der Liste der importierten Partien gespeichert.
Sollte Lichess den Import ablehnen, liegt die Ursache fast immer in einem regelwidrigen Zug oder einem Tippfehler (z. B. Ng5, wenn kein Springer das Feld g5 betreten kann). Bereinige die Zugfolge und versuche es erneut.
Methode 2: Auf dem Analysebrett einfügen
Nutze diese Methode, wenn du dir eine Partie lediglich schnell ansehen möchtest, ohne sie dauerhaft auf dem Server zu speichern:
- Öffne lichess.org/analysis (im Menü unter Werkzeuge → Analysebrett).
- Scrolle unter das Schachbrett: Das PGN-Textfeld befindet sich unterhalb des Bretts, nicht neben der Zugliste.
- Füge deine PGN ein oder wähle die Datei aus. Sobald Lichess den Text einliest, baut sich die Stellung sofort auf.
- Nutze die Pfeiltasten auf der Tastatur oder die Buttons unter dem Brett, um die Züge durchzuspielen.
Auf diesem Weg wird auf dem Server nichts dauerhaft gespeichert – es sei denn, du klickst anschließend auf den Button zum dauerhaften Importieren (was zu Methode 1 führt).
Computeranalyse aktivieren
Sowohl auf der importierten Partieseite als auch auf dem Analysebrett kannst du eine Computeranalyse anfordern. Lichess analysiert die gesamte Partie mit Stockfish, markiert Ungenauigkeiten, Fehler sowie Einsteller und zeichnet eine präzise Bewertungskurve. Hier liegt der eigentliche Lerneffekt des Imports: Du erkennst sofort, an welchen Stellen die Partie kippte. Wie du diesen Auswertungsschritt für dein Training optimierst, erfährst du in Schachpartien anhand von Partieformularen analysieren.
Methode 3: PGN in eine Lichess-Studie importieren
Eine Studie ist die beste Wahl, wenn du Partien dauerhaft strukturieren, Variantenbäume einfügen oder gleich mehrere Partien auf einmal importieren möchtest:
- Öffne den Bereich Lernen → Studien auf Lichess und erstelle eine neue Studie.
- Füge innerhalb der Studie ein neues Kapitel hinzu.
- Wähle im Dialogfenster den Reiter PGN aus und füge deinen PGN-Text ein (oder lade die Datei hoch).
- Erstelle das Kapitel. Die Partie steht nun als interaktives Kapitel bereit, das du mit Textnotizen, Pfeilen und Nebenvarianten anreichern kannst.
Studien akzeptieren auch PGN-Dateien mit mehreren Partien auf einmal und legen automatisch für jede Partie ein eigenes Kapitel an. Dies ist ideal, wenn du die Partien eines kompletten Turniers digitalisierst. Der Leitfaden Vom Partieformular zur Lichess-Studie beschreibt diesen Ablauf Schritt für Schritt.
PGN aus einem handschriftlichen Partieformular gewinnen
Liegt deine Partie bisher nur auf Papier vor, musst du nicht jeden Zug mühsam per Hand abtippen. ScanChess erfasst ein Foto deines Formulars, spielt jeden Zug auf Regeltreue nach und markiert eventuelle Unklarheiten gelb oder rot. So werden Übertragungsfehler direkt vor Ort behoben, anstatt dass Lichess den Import mit einer Fehlermeldung abbricht. Mehr dazu in Handschriftliche Partieformulare in PGN umwandeln und Wie man ein Partieformular liest.
Typische Importfehler beheben
- „Ungültiges PGN“ oder abgewiesener Zug: Lichess überprüft jeden Zug auf Legalität. Ein einziger unmöglicher Zug bringt den Import zum Scheitern. Prüfe die fragliche Stelle am Brett oder nutze ein Werkzeug mit automatischer Vorab-Validierung.
- Es wird nur die erste Partie geladen: Die normale Importseite und das Analysebrett verarbeiten jeweils nur eine Einzelpartie. Um mehrere Partien aus einer Datei zu laden, erstelle eine Lichess-Studie.
- Fehlende Spielernamen oder Daten: Diese Angaben stammen aus den PGN-Tags im Kopfbereich. Für die reine Analyse sind sie optional – möchtest du sie sehen, ergänze
[White],[Black]und[Date]vor dem Import. - Sonderzeichen: Achte darauf, reinen Klartext einzufügen. Beim Kopieren aus PDFs schleichen sich mitunter unsichtbare Sonderzeichen ein, die den Parser verwirren.
Sobald eine saubere PGN-Datei vorliegt, dauert der Import keine Minute mehr. Den anstrengenden Schritt – die fehlerfreie Übertragung von der Handschrift zur Datei – nimmt dir der ScanChess-Scanner zuverlässig ab.

