Jede Schachpartie beginnt mit derselben Stellung, und wer die Reihenfolge kennt, hat sie in einer Minute aufgebaut. Zwei Dinge müssen stimmen: wie das Brett liegt und wo jede der sechzehn Figuren pro Seite hingehört. Das Diagramm oben zeigt die fertige Aufstellung aus Sicht von Weiß. Die Schritte darunter bauen sie von einem leeren Brett aus auf.
Schritt 1: Das Brett so drehen, dass rechts ein weißes Feld liegt
Bevor die erste Figur aufs Brett kommt, schau dir das Eckfeld an, das deiner rechten Hand am nächsten liegt. Es muss ein weißes (helles) Feld sein. Die Regel steht in den FIDE-Schachregeln (Artikel 2.1), und die Eselsbrücke, die fast alle Trainer benutzen, lautet: „Weiß rechts unten“.
Diese eine Kontrolle ist wichtiger als alles andere. Liegt das Brett falsch herum, landen König und Dame auf den falschen Feldern, und jede Eröffnung, die du gelernt hast, sieht plötzlich fremd aus.
Schritt 2: Die Türme in die Ecken
Die Türme kommen auf die vier Eckfelder. Die weißen Türme stehen auf a1 und h1, die schwarzen auf a8 und h8.
Schritt 3: Die Springer neben die Türme
Jeder Springer (das Pferd) steht neben einem Turm, ein Feld von der Ecke entfernt: Weiß auf b1 und g1, Schwarz auf b8 und g8. Dreh die Springer so, dass sie nach vorn schauen; an den Regeln ändert das nichts, aber es ist üblich und macht das Brett leichter lesbar.
Schritt 4: Die Läufer neben die Springer
Die Läufer (die Figuren mit der Kerbe im Kopf) kommen neben die Springer: Weiß auf c1 und f1, Schwarz auf c8 und f8. Jetzt sind in der Mitte jeder Grundreihe noch zwei Felder frei.
Schritt 5: Die Dame auf ihre Farbe, der König daneben
Bei diesen beiden mittleren Feldern passieren die meisten Aufstellungsfehler. Die Regel lautet: „Die Dame steht auf ihrer Farbe“:
- Die weiße Dame kommt auf das helle Feld d1.
- Die schwarze Dame kommt auf das dunkle Feld d8.
Die Könige nehmen das letzte freie Feld: der weiße König auf e1, der schwarze König auf e8. Stimmt alles, stehen sich die beiden Damen auf der d-Linie und die beiden Könige auf der e-Linie gegenüber.
Schritt 6: Die Bauern aufreihen
Stelle die acht weißen Bauern auf die zweite Reihe, a2 bis h2, und die acht schwarzen Bauern auf die siebte Reihe, a7 bis h7. Damit ist die Grundstellung komplett. Weiß zieht immer zuerst.
Die Aufstellung auf einen Blick
| Figur | Weiß | Schwarz |
|---|---|---|
| Türme | a1, h1 | a8, h8 |
| Springer | b1, g1 | b8, g8 |
| Läufer | c1, f1 | c8, f8 |
| Dame | d1 (helles Feld) | d8 (dunkles Feld) |
| König | e1 | e8 |
| Bauern | a2–h2 | a7–h7 |
Dieselbe Stellung als eine einzige Textzeile, so wie Schachprogramme sie speichern, ist die FEN der Ausgangsstellung: rnbqkbnr/pppppppp/8/8/8/8/PPPPPPPP/RNBQKBNR w KQkq - 0 1. Beim Laden einer Partie im ScanChess-PGN-Viewer ist dies die Zeichenkette, die vor dem ersten Zug als „Aktuelle Stellung“ angezeigt wird. Wie man diese Zeile liest, erklärt unser Leitfaden zur FEN-Notation, und im Schachbrett-Editor lädst du sie mit der Schaltfläche „Ausgangsstellung“.
Drei Aufstellungsfehler, auf die du achten solltest
Das Brett ist um eine Vierteldrehung verdreht. Beide Spieler haben rechts ein dunkles Feld, und die Buchstaben und Zahlen am Brettrand stehen an den falschen Seiten. Dreh das Brett um 90 Grad, bevor du irgendetwas aufstellst.
König und Dame sind vertauscht. Der weiße König landet auf d1 und die Dame auf e1. Prüfe, ob jede Dame auf einem Feld ihrer eigenen Farbe steht.
Springer und Läufer sind vertauscht. Das passiert, wenn man die Figuren schnell von der Mitte nach außen aufstellt. Von der Ecke aus gezählt lautet die Reihenfolge immer: Turm, Springer, Läufer.
Was passiert, wenn eine Turnierpartie falsch aufgestellt begonnen wurde
Die FIDE-Schachregeln regeln das in Artikel 7. Stellt sich heraus, dass eine Partie mit falsch aufgestellten Figuren begonnen wurde, wird sie annulliert und eine neue Partie gespielt. War nur das Brett falsch herum hingelegt, geht die Partie weiter, und die erreichte Stellung wird auf ein richtig liegendes Brett übertragen. Haben die Spieler mit vertauschten Farben begonnen, wird die Partie abgebrochen und mit den richtigen Farben neu gestartet, sofern beide Spieler zusammen weniger als zehn Züge gemacht haben; nach zehn oder mehr Zügen wird sie so fortgesetzt, wie sie steht. Auch wo die Schachuhr steht, entscheidet der Schiedsrichter (Artikel 6.5). Ruf bei einem Turnier den Schiedsrichter, statt einen Aufstellungsfehler selbst zu beheben.
Nach der Aufstellung: die Partie mitschreiben
Bei einem Turnier liegt neben dem Brett außerdem ein Partieformular. Die Felder, die du oben benutzt hast (a1, e8, d1), sind genau die Koordinaten, mit denen du jeden Zug aufschreibst, deshalb lohnt es sich, sie gleich jetzt zu lernen. Schachnotation erklärt zeigt, wie man Züge notiert, und Wie man ein Partieformular ausfüllt erklärt das Formular selbst. Wenn du leere Formulare brauchst, sind die druckbaren Partieformulare kostenlos; ist die Partie vorbei, liest ScanChess das ausgefüllte Formular und macht daraus eine Partie, die du nachspielen kannst.
